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Über den Jordan.. - geschaut

Der nahe Osten war auf unserer gemeinsamen Reiseweltkarte bisher noch ein leerer Fleck. Von der Schweiz aus ist diese Region aber sehr gut geeignet für einen knapp zweiwöchigen Kurzurlaub. Da “Petra” und Jordanien überhaupt auch schon länger auf unserer Reise-wunschliste stehen, war die Destination für unsere ersten Ferien von 2011 recht schnell klar. Kaum hatten wir ernsthaft mit der Reiseplanung begonnen, spitzte sich die Lage in Ägypten immer mehr zu. Nachdem sogar von kleineren Demonstrationen in Jordanien die Rede war, fragten wir via der Reiseplattform “Thorntree” eine Dame in Jordanien an, wie sie wohl die Lage für einen Jordanienbesuch einschätzen würde. Jordanien könne in keiner Weise mit Ägypten verglichen werden und ein Besuch in Jordanien sei völlig unbedenklich.
Also machten wir uns mit Volldampf an die Organisation unserer rund 10-tägigen Jordanienreise. 1. Flug 2. Routenplanung 3. Buchung der Hotels 4. Buchung des Mietwagens - klappte soweit alles bestens, wahrscheinlich auch, weil wir uns in der Zwischensaison befanden und die Hotels nicht gerade stark belegt waren. Die geplante Route sah in etwa so aus:

- Ankunft in Amman
- Übernachtung in Madaba
- Ausflug nach Amman
- Übernachtung in Madaba
- Fahrt über Mount Nebo/Bethanien nach Jarash
- Übernachtung bei Jarash
- Fahrt über Amman nach Madaba
- Übernachtung in Madaba
- Fahrt nach Petra
- Zwei Übernachtungen in Petra
- Fahrt über Wadi Rum ans Rote Meer nach Aqaba
- Zwei Übernachtungen in Aqaba
- Fahrt zum Toten Meer
- Zwei Übernachtungen am Toten Meer
- Transfer nach Amman und Rückflug

Am 5.2.11 gegen Abend flogen wir mit Lufthansa über Frankfurt nach Amman, wo wir um ca. Mitternacht ankamen. Am Flughafen erwartete uns bereits Jihad, und brachte uns in etwa 20 Min. nach Madaba ins Hotel Mariam. Nach dem für uns etwas ungewöhnlichen Frühstücksbuffet mit Fladenbrot und dem allgegenwärtigen Hummus, buchten wir gleich im Hotel einen Ausflug nach Amman. Die Übernahme unseres Mietautos erfolgte erst am Abend und zudem hatten wir keine grosse Lust, uns mit dem eigenen Auto in das Getümmel der Millionenstadt zu stürzen. Wieder mit Jihad am Steuer genossen wir so einen gemütlichen Tag mit der Besichtigung der Zitadelle und des Roman Theater in Amman.

Amman
Amman

roman Theatre
Roman Theatre

Wieder zurück in Amman spazierten wir noch in das rund 10 Minuten entfernte Stadtzentrum und schauten uns da die berühmte Mosaik-Landkarte an. Später gab es Nachtessen im Hotel, wo wir dann auch unseren Mietwagen, einen leicht ramponierten Hyundai, übernahmen.
Am nächsten Morgen packten wir unsere Sachen in den Wagen und fuhren über Mount Nebo Richtung Totes Meer. Unser Ziel: Bethanien - der Ort an dem Jesus von Johannes dem Täufer am Jordan getauft wurde. (Fast) ohne Verirrungen erreichten wir nach knapp einer Stunde unser Ziel.

Mount Nebo
Auf dem Mount Nebo

Mount Nebo
Ausblick vom Mount Nebo

Der Verkehr in Jordanien rollt zwar relativ gemütlich (ausser in Amman)  und die Jordanier verhalten sich auch ziemlich geduldig. Von daher ist es recht angenehm in Jordanien rumzukurven. Allerdings ist es nicht immer ganz einfach auch den richtigen Weg, bzw. die richtige Strasse zu finden. Mit der Beschilderung und der jordanischen Logik, was die Verkehrsführung anbelangt hatten wir doch ein paarmal ein wenig Probleme. Mit ein paar Umwegen und den sehr hilfsbereiten Einheimischen, fanden wir jedoch immer ans richtige Ziel.
Bethanien ist ein von der Regierung geführtes Touristikprojekt und dementsprechend organisiert. Beim Tickethäuschen erhält man gleich einen elektronischen Guide und wird dann als Gruppe in einem Bus zur Taufstätte gekarrt. Zusätzlich zum elektronischen Guide begleitete uns auch ein mehr oder weniger motivierter “echter” Guide. Er führte unsere Gruppe dann auf gut ausgebauten Wegen durch den sogenannten Jordan-Jungle zur Taufstätte und schliesslich zum inzwischen sehr kümmerlichen Jordan. Entgegen unseren Erwartungen ist der stolze Grenzfluss zwischen Jordanien und Israel nur noch ein kleines Flüsschen von vielleicht 3-5 m Breite. Auf der anderen Flussseite passten israelische Soldaten auf, dass auch ja niemand rüberschwimmen würde.

Bethanien
Taufstelle Jesu

Jordan
Am Jordan

Nach Beendigung der etwa 2-stündigen Tour setzten wir unsere Reise fort in Richtung Jarash, das gleichzeitig auch unser Tagesziel war. Die Strecke führte uns durch das ziemlich stark besiedelte und befahrene Jordan-Tal. Auf beiden Seiten der Strasse sah man sehr weitläufige Treibhaus-Anlagen, in denen verschiedenste Gemüsesorten angepflanzt wurden.  Wir merkten auch bald, warum es hier so fruchtbar war. Nach einer Weile gerieten wir in ein kräftiges Unwetter, das die Strassen teilweise in kleine Bäche verwandelte.
Als wir in Jarash eintrafen, schüttete es immer noch wie aus Kübeln. Das Hotel, das wir für eine Nacht gebucht hatten, befand sich zwar gleich neben den Ruinen des historischen Jarash. Aber sonst machte es einen enttäuschenden Eindruck, so dass wir uns gleich vor Ort bei einem anderen, etwas ausserhalb gelegenen Hotel anmeldeten. Der zuständige Mann in dem von uns verschmähten Hotel war sehr verständnisvoll und wollte nur, dass wir uns auch wohl fühlten - er leihte uns sogar sein Handy, damit wir uns bei einer anderen Unterkunft anmelden konnten.
Das andere Hotel befand sich ca. 10 Minuten weg von Jerash auf einem Hügel. Die Aussicht war dementsprechend auch sehr schön und beeindruckend. Da es nicht Haupsaison war und die Ereignisse in Ägypten sich auch nicht gerade positiv auf die Touristenzahlen auswirkten, waren wir die einzigen Gäste im doch ziemlich grossen Hotel. So ungestört zu sein war zwar ganz angenehm - auf der anderen Seite hatte es zuwenig Gäste, damit die Heizung eingeschaltet wurde. So spürten wir sehr direkt, dass die Temperaturen im jordanischen Winter recht kühl sein können.

Jarash
Hotel in Jarash

Das Hotelteam setzte sich zusammen aus ca. 5-6 Männern, die in erster Linie damit beschäftigt waren das Hotel für die kommende Hauptsaison herzurichten. Daneben sorgten sie aber auch für unser leibliches Wohl und waren bemüht, dass wir durch Heizpilze, elektrische Öfchen oder Cheminée-Feuerchen nicht allzu stark frieren mussten.
Am nächsten Morgen fuhren wir nach einem eher dürftigen Frühstück im kühlen Speisesaal zurück nach Jarash, um dort die alte Römerstadt ausgiebig zu besichtigen.

Wir hatten ein Riesenglück mit dem Wetter. Am Vortag schüttete es noch wie aus Kübeln - und heute hatte es zwar noch ein paar Wolken, aber zumindest regnete es nicht mehr und zwischendurch zeigte sich sogar die Sonne.  So konnten wir den Tag in den Ruinen von Jarash voll geniessen und erkundeten die verschiedenen Tempel, Amphitheater, Triumphbögen etc. etc. ausgiebig. Wiederum ausgerüstet mit Kamera und dem informativen “Digital Guide” um den Hals. Jarash ist neben Petra die zweitgrösste historische Touristenattraktion. Das können wir eigentlich nur bestätigen.  Sicher eines der Highlights unserer Jordanienreise.

Jarash

Reni in Jarash

So um die Mittagszeit herum stärkten wir uns noch in einem Restaurant gleich ausserhalb der Anlage. Es machte zwar einen etwas sehr touristischen Eindruck auf uns und in der Hochsaison ist das sicher eine beliebte Wahl für all die grossen Reisegruppen. Jetzt, in der Vorsaison war es jedoch sehr angenehm: Ziemlich günstig, ein reichhaltiges Buffet und nur ganz wenige Gäste.
Danach fuhren wir wieder los vorbei an Amman nach Madaba.  Da fast die ganze Strecke aus Autobahn bestand und wir sogar die richtige Transferstrasse um Amman herum erwischten, kamen wir bereits am späteren Nachmittag wieder in Madaba an, wo wir erneut im Hotel Mariam abstiegen..

Nach einer weiteren Nacht in Madaba - diesesmal mit kuschlig geheizten Zimmer - machten wir uns am nächsten Tag auf Richtung Süden. Der Tagesaplan:

- Fahrt nach Petra, bereits reserviertes Hotel suchen, einchecken und dann Nachtessen gehen

hat eigentlich auch alles gut geklappt, so dass wir zu einer anständigen Zeit in dem Städtchen bei Petra ankamen und auch unser Hotel sofort fanden. Allerdings waren wir sehr ausgehungert, da wir unterwegs nichts passendes gefunden hatten für einen Zmittaghalt. Sowas wie Raststätten oder “Roadside” Restaurants hat es nicht allzu viele - oder zumindest waren sie für uns nicht als solche erkennbar. Beim Einchecken, reservierten wir auch gleich zwei Plätze für den Event “Petra by Night” - das ist ein Event, der 1-2 wöchentlich stattfindet und bei dem man am Abend durch die mit Kerzen gesäumte Felsenstrasse zum (u.a. durch Indiana Jones) berühmten Grabmahl spaziert. Dort angekommen gibt es dann ein Täschen Tee und ein paar Einheimische spielen auf ihren traditionellen Instrumenten alte Weisen.. - ein netter Anlass, bei dem man einen etwas  mystischeren Eindruck von Petra erhält, als während des Tages.

Während des ganzen nächsten Tages erkundeten wir ‘Petra’ und seine Tempel und Grabstätten sehr ausführlich. Gemäss Reiseführer könnte, bzw. sollte man dafür 2-3 Tage einrechnen. Von der Grösse der ehemaligen Felsenstadt ist das sicher gerechtfertigt und es gäbe auch genügend zu entdecken. Allerdings bekommt man aber auch in einem Tag einen sehr guten Eindruck von diesem Weltwunder - vorausgesetzt man scheut sich nicht davor doch einige Kilometer durch die steinige und oft auch recht steile Landschaft zu wandern. Die Anstrengungen lohnen sich aber definitiv. Die Felsenbauten und die ganze Gegend sind wirklich eindrücklich und in dieser Art weltweit wohl ziemlich einmalig

petra - canyon

‘Al-Siq’ ..der lange Canyon, der in die Felsenstadt führt.

petra - grabmal

‘The Treasury’ - das v.a. aus ‘Indiana Jones’ bekannte Grabmal

petra - steinverkäuferin

Eine sehr nette Steinverkäuferin

petra - steinzeichnung

petra - baummuster

petra - bergtempel

Al-Deir (The Monastery) - zu erreichen durch anstrengenden Aufstieg

petra - felsenstadt

‘The Royal Tombs’

Für Interessierte gibt es auf dieser Seite noch ausführliche Informationen zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten in Petra..

Am nächsten Morgen fuhren wir weiter zum Wadi Rum, das ca. 2 Autostunden weiter südlich Richtung Aqaba liegt. Das Wadi Rum ist eine sehr spezielle Berg-/Wüstenlandschaft. Auch das Wadi Rum erlangte eine gewisse Berühmtheit durch einen Hollywood-Streifen. Und zwar wurden grosse Teile von ‘Laurence of Arabia’ mit Peter O’Toole dort gedreht.
Wir hatten uns nicht besonders intensiv damit beschäftigt, wie man das Wadi Rum eigentlich am besten besichtigt. Allerdings löste sich das Problem relativ schnell, als wir am Visitor Center eintrafen. Kaum parkiert, boten auch schon verschiedene Guides an, uns dieses Reiseziel ausgiebig zu zeigen.
Wir entschieden uns nach kurzer Beratung für einen authentisch gekleideten jungen ‘Wüstensohn’. In seinem uralten Jeep fuhr er uns dann in teilweise halsbrecherischer Fahrweise (hat er natürlich extra gemacht, um uns ein wenig Schrecken einzujagen..) zu den bekanntesten und schönsten Orten in dieser einmaligen Wüstenlandschaft. Wir waren jedenfalls zufrieden mit unserem Guide. Denn er war nicht nur sehr nett, sondern er war auch sehr geschickt, als es darum ging unterwegs schnell einen platten Reifen auszuwechseln oder bei unserem Auto (bei dem wir das Licht nicht ausgeschaltet hatten), die Batterie zu überbrücken (wohlverstanden ohne Kabel und nur mit zwei Schraubenschlüsseln.)

Wadi Rum Guide

Wadi Rum

Noch am gleichen Tag ging es weiter nach Aqaba. Die Stadt mit etwas über 80′000 Einwohnern liegt am Golf von Aqaba, einem Seitenarm des Roten Meeres. Relativ gut und schnell fanden wir unser Ziel, das Mövenpick 5-Sterne Resort. Da wir in der Nebensaison in Jordanien waren, ergriffen wir die Gelegenheit, am Roten Meer und auch am Toten Meer in Mövenpick 5-Sterne Hotels zu residieren. Sehr schöne Anlagen und ausgiebiges Frühstücksbuffet zu einem ausgesprochen günstigen Preis.

kamel-warnung

Aqaba

So genossen wir ein paar Tage faulenzen und bädelen im Roten Meer, bevor es wieder zurückging Richtung Norden zu unserem letzten Ziel, dem Toten Meer. Die Strasse der israelischen Grenze ist ziemlich verlassen, so dass wir gut vorankamen und schon nach wenigen Stunden am Ufer des Toten Meers standen.
Eigentlich sieht es wie ein riesiger See aus, auf dem es aber keine Schiffe hat und in dem keinerlei Fische oder andere Lebewesen existieren. Ist schon ein etwas spezielles Gefühl, wenn man daran denkt, dass dieses friedliche Gewässer eigentlich eine tödliche Salzbrühe ist..

Dead Sea

Die letzten paar Tage genossen wir im Mövenpick Dead Sea Resort. Natürlich mussten wir auch ausprobieren, ob man im Toten Meer wirklich Zeitung lesen kann während dem Baden. Das wäre also wirklich möglich, denn der Auftrieb ist sehr aussergewöhnlich. Man treibt wie ein Korken an der Oberfläche, so dass es gar nicht so gut möglich ist, richtig zu schwimmen. Von daher ist es wohl am besten im Wasser einfach Zeitung zu lesen. Allerdings sollte man das auch nicht allzu lange machen, da der hohe Salzgehalt sonst langsam unanangenehm wird..

pool

im toten meer

sunset

Am Schluss der Reise brachte uns ein Taxi vom Toten Meer zum Flughafen in Amman, von wo es wieder zurück nach Zürich ging.

Die Reise durch Jordanien hat uns sehr gut gefallen. Vor allem auch, weil wir recht unproblematisch das Land auf eigene Faust erkunden konnten. Die Leute sind sehr freundlich und hilfsbereit - auch wenn die Verständigung manchmal nicht ganz so einfach war. In der Nebensaison war es einerseits teilweise etwas kalt und ungemütlich, andererseits konnten wir dafür auch 5-Sterne-Komfort zu einem erschwinglichen Preis geniessen..
Alles in allem, sehr zu empfehlen und ‘two thumbs up’..

Etosha-Special

Rund 2 1/4 Jahre nach dem Abschluss unserer Weltreise und der Rückkehr in die Schweiz, ging’s diesen September wieder mal für mehr als nur einen Tag so richtig weit weg! ..und zwar für 10 Tage nach Namibia. Da wir während der Weltreise schon eine grössere und ziemlich umfassende Namibia-Rundreise machen konnten, wollten wir uns während dieser Zeit hauptsächlich auf’s “Game-Driving” konzentrieren. Dafür hatten wir uns folgende Route zusammengestellt:

- Tag 1:     Windhoek
- Tag 2-4:  Waterberberg Plateau Park
- Tag 5-9:  Etosha National Park
- Tag 10:    Windhoek

Der ganze Vorbereitungs-und Buchungsprozess war leider ziemlich kurz bemessen, so dass es nicht ganz einfach war, für die von uns gewünschte Tour ein befriedigendes Angebot zu bekommen. Schliesslich konnte uns die Reiseagentur “Drive South Africa.co.za” doch noch ein Arrangement für Unterkünfte und Mietauto zusammenstellen, das so ziemlich unseren Vorstellungen entsprach.
Da wir wie gesagt buchungsmässig recht knapp dran waren, mussten wir uns mit einem Flug begnügen, der uns von Zürich zuerst mal nach London führte, bevor es dann über Johannisburg nach Windhoek ging. Natürlich immer verbunden mit jeweils mehrstündigen Aufenthalten in Zürich, London und Jo’burg, so dass die Hinreise gut und gerne rund 30 Stunden in Anspruch nahm. Aber bekanntlich ist ja der Weg das Ziel und dank dem “Personal Entertainment System” an Bord unserer British Airways-Maschine waren die über zehn Flugstunden von London nach Jo’burg einigermassen erträglich und kurzweilig.

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Gepäck-, Flug- und Zollformalitäten gingen allesamt problemlos über die Bühne. So dass wir einzig noch ein wenig gespannt waren, ob die per E-Mail erhaltenen Voucher für Mietwagen und Unterkünfte auch wirklich echt und gültig waren. Nachdem wir allerdings unseren KIA Sportage auf dem Flughafen von Windhoek schnell und unkompliziert in Empfang nehmen konnten, waren wir beruhigt, dass  wohl auch die anderen Vouchers keine Probleme machen würden.
Das Gepäck war schnell verstaut und wir auf dem Weg Richtung Windhoek-Center. So ein bisschen kannten wir uns ja von unserem letzten Besuch her bereits in der einigermassen überschaubaren Hauptstadt Namibias aus. Mit einem Stadtplan bewaffnet fanden wir dann die Adresse unsererer Unterkunft in Windhoek auch ziemlich zügig. Allerdings waren wir dann doch ein wenig erstaunt, dass sich dort anstelle des gesuchten Hotels die “Polytechnic of Namibia” befand.  Leicht genervt versuchten wir bei den “Security-Guys” beim Eingang zur Hochschule herauszufinden, wo sich das Hotel “Kleines Heim” wohl befinden könnte. Mit der Information, dass das Hotel irgendwie zur Hochschule gehört, jedoch ohne brauchbare Wegbeschreibung oder Adresse ging die Suche weiter.
Mangels anderer Quellen (es war ja Sonntagabend) hielten wir kurzerhand bei einem anderen Hotel und fragten dort nach unserer Bleibe. Dort erhielten wir dann glücklicherweise eine gezeichnete Wegbeschreibung - zu unserer Erleichterung befand sich das  “Kleines Heim” nur etwa fünf Autominuten entfernt, wo wir das gemütliche Hotel & Garni dann auch problemlos fanden.

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“Kleines Heim”

Nach einem erfrischenden Bad im eher kühlen Pool, genossen wir ein feines Znacht in einem nahegelegenen Restaurant mit dem passenden Namen “NICE”. Das stylishe Restaurant gehört eigentlich zu einer Kochschule und steht für Namibian Institut of Culinary Education. Wirklich sehr fein, gemütlich und stylish..

Einigermassen erholt von der langen Anreise ging es am nächsten Tag rund 300 km Richtung Norden zum Waterberg Plateau Park. Wir hatten nicht allzu viele Informationen zu diesem Park finden können. Wie wir dann erfuhren, sollten sich da auch eine Vielzahl verschiedenster Tierarten tummeln, die allerdings nur auf geführten, bzw. gebuchten Game-Drives besichtigt werden konnten. Daneben gibt es dort verschiedene Trails, auf denen man die Gegend zu Fuss und auf eigene Faust erkunden kann. So ist der Waterberg Plateau Park dann auch v. a. mehr wegen seiner landschaftlichen Reize als wegen seiner Tiervielfalt interessant. An einer Sorte Tiere mangelt es allerdings nicht: nämlich an Pavianen!! Der Park ein ein ernsthaftes Pavian-Problem, so dass man bei den Unterkünften immer alle Fenster, Storen und Vorhänge fest verschlossen halten muss. Da weiss man nicht so recht, wer nun eingesperrt ist..
Da es in der Nacht ziemlich heiss und schwül wurde, hat T es dann doch gewagt ein höher gelegenes, kleines Kippfenster leicht zu öffnen. Dummerweise dann aber auch vergessen, dieses zu schliessen, als wir am nächsten Morgen früh auf einen Game-Drive gingen. Zu unserem Schrecken erhielt der Guide dann während der rund vierstündigen Tour einen Anruf aus dem Camp und informierte uns, dass die Paviane tatsächlich in unsere Hütte eingedrungen seien und sich kaum mehr vertreiben liessen. Unruhig und auf’s Schlimmste gefasst  warteten wir das Ende der Tour ab, um checken zu können, wie gross der angerichtete Schaden ist.
Wir hatten nochmals Glück im Unglück gehabt. Im Chalet herrschte ein wüstes Durcheinander: Die Paviane hatten alles Essbare ratzeputz vernichtet und zum “Dank” noch ein paar unappetitliche Häufchen hinterlassen. Anständigerweise liessen die wildgewordenen Affen jedoch unsere restliche Reiseausrüstung mehr oder weniger in Ruhe, so dass es abgesehen von zusätzlichen Aufräum- und Putzaktivitäten nicht allzuviel zu beklagen gab. Für die restliche Zeit unseres Aufenthalt im Waterberg Park blieben die Fenster jedenfalls geschlossen.

Nach zwei eher geruhsamen Tagen legten wir die restlichen rund 200 km zum Etosha NP zurück und erreichten unser Ziel, das Namutoni Restcamp schon am frühen Nachmittag. Nach kurzem Einchecken in dem wirklich sehr schönen Bush-Chalet unternahmen wir bereits einen ersten Spätnachmittag-Gamedrive in der näheren Umgebung des Camps.  Zu unserer grossen Freude hatten sich am Wasserloch Giraffen, Elefanten, Antilopen und Gazellen zu Dutzenden versammelt - und nicht weit daneben lag eine Löwengruppe nach einem Fressgelage faul im Schatten eines Busches. Wow Das hätten wir ja nie erwartet. Bei unserem letzten Besuch im Etosha NP waren wir jeweils schon glücklich, wenn uns eine einzelne Giraffe begegnet ist.

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“Bush Chalet, Namutoni / Etosha NP”

Die grosse Tierversammlung des ersten Abends hat sich in den folgenden fünf Tagen zwar nicht mehr ganz wiederholt. Trotzdem waren wir sehr zufrieden mit unserer (Foto-)Safari.  Abgesehen von den eh im Etosha nicht heimischen Nilpferden oder Krokodilen, konntenwir fast alles sehen und “shooten”. Neben den häufig anzutreffenden Zebras, Impalas, Springböcken, Giraffen, Elefanten, Straussen, div. Vögeln und Störchen und und.. konnten wir auch Löwen, Leoparden, Geparden und Nashörner beobachten. Die Trockenzeit ist bezüglich Menge und Vielfalt der versammelten Tierwelt wirklich sagenhaft - auf der anderen Seite ist es während dieser Zeit aber auch sehr heiss und staubig und während eines mittäglichen Game-Drives kann die Temperatur schon mal gegen 36 Grad steigen. Deshalb versuchten wir unsere Pirschfahrten jeweils auf den frühen Morgen und den späteren Nachmittag zu legen.  Das hatte den Vorteil, dass es einerseits nicht, bzw. noch nicht ganz so heiss war und dass andererseits das Licht während dieser Zeiten besonders schön leuchtete.
So vergingen die ersten vier Tage auf der Etosha-Ostseite ziemlich schnell und ereignisreich.  Am letzten Tag machten wir uns dann auf den etwas längeren Weg durch den Park Richtung Westen zum Okakuajo-Restcamp. Abgesehen von Stopp im Halali-Restcamp auf halber Strecke passierte auf dieser Fahrt nicht viel. Die Tiere scheinen sich wirklich auf die Ost- und Westseite zu konzentrieren.  Am späteren Nachmittag erreichten wir dann das Okukuajo-Restcamp und bezogen da unser “Waterhole-Chalet”. Zu unserer grossen Enttäuschung, befanden sich die Hüttchen mit den seehr kleinen Zimmern zwar schon in der Nähe des Wasserlochs, doch musste man doch noch etwa 50 m laufen, um die Tiere am Wasserloch beobachten zu können. Wir hatten eigentlich gedacht, dass wir vom Chalet aus, während des “Sundowners” direkt auf’s Wasserloch schauen könnten. Dafür hätten wir jedoch ein “PREMIUM Waterhole-Chalet” buchen müssen. Dort hätte man dann vom schönen Balkon aus direkt den Viechern beim Trinken zusehen können. Naja, dann halt das nächste mal.

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Das Okukuajo-Camp ist ein grosser Touri-Hub für den Ethosha-NP und dementsprechend auch sehr busy.  Zudem sind die Wasserlöcher auch etwas weiter vom Camp entfernt, so dass die Game-Drives jeweils etwas länger dauern.  Im Grossen und Ganzen hat uns die etwas ruhigere Ostseite und das dortige Namutoni-Camp besser gefallen.

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An unserem letzten Etosha-Tag machten wir auf dem Weg zum Ausgang noch einen kleineren Game-Drive, um dann die rund 200 km nach Otjwarango im Autobahntempo auf tiptoppen Teerstrassen zurückzulegen. So erreichten wir dann unsere Unterkunft, das “C’est si bon” auch schon um die Mittagszeit, was uns gleich die Gelegenheit auf ein kleines Zmittag mit anschliessendem Pool-faulenzen gab. Das “C’est si bon” scheint auch ein beliebtes Speiserestaurant zu sein, in dem sich die weissen Farmer aus der Umgebung gerne ein feines Nachtessen gönnen. Uns hat es jedenfalls auch sehr gut geschmeckt..

Unsere letzte Bleibe in Namibia war dann nochmals das “Kleines Heim” in Windhoek und an unseren letzten Abend genossen wir nochmals ein feines Essen im gemütlichen Restaurant “NICE”.
Tja, dann hiess es wieder Abflug Richtung Schweiz. Auch beim Rückflug ging’s wieder über Johannesburg und London nach Zürich.  Allerdings waren die einzelnen Wartezeiten nicht mehr ganz so lange, so dass die ganze Reise “nur” noch rund 20 Stunden dauerte.

Müde, aber voller neuer (und aufgefrischter) Eindrücke und einem gut gefüllten Föteli-Speicher kamen wir gegen Mittag des nächsten Tages in Baar an.

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