March 11, 2012 at 11:17 pm · Filed under Americas, South America, Argentina, Chile
Endlich ist es soweit: Mit diesen Ferien haben wir uns einen langgehegten Wunsch erfüllt und Feuerland und Patagonien von Ende Januar bis Mitte Februar während rund dreier Wochen bereist.
Das Reiseprogramm sah in etwa so aus:
Flug von Zürich über Paris nach Buenos Aires, Transfer zum nationalen Flughafen und weiter nach Ushuaia, dem Ausgangspunkt unserer Reise.
Von Ushuaia aus ging es dann per Mietwagen über Porvenir, Punta Arenas und Puerto Natales nach El Calafate. Bis am Schluss hatten wir mit unserem nicht mehr ganz frischen Chevrolet Corsa rund 2′500 km zurückgelegt.
Der Flug rund 13stündige Flug nach Buenos Aires verlief soweit problemlos.
Immerhin standen genügend aktuelle Filme zur Auswahl, so dass wir die Zeit einigermassen gut rumkriegten.
Angekommen in Buenos Aires steuerten wir gleich zum Taxistand ausserhalb des Flughafens und organisierten uns den Transfer zum nationalen Flughafen “Aeroparque”.
Dank des ziemlich agressiv fahrenden Taxichauffeurs schaftfen wir den knapp bemessenen Anschlussflug gut und sassen schon bald im Flugi Richtung Ushuaia, wo wir rund drei Stunden später müde aber wohlbehalten und gespannt ankamen.


Das argentinische Ushuaia macht gross Werbung mit dem Titel “Die südlichste Stadt der Welt” (eigentlich gibt es da noch das chilenische Puerto Williams, das noch etwas südlicher liegt, allerdings auch nur ein kleiner Militärstützpunkt und keine wirkliche Ortschaft ist.)
Da Ushuaia auch das wichtigste Tor zur Antarktis ist, sieht man im Hafen auch öfters grössere Kreuz- und Forschungsschiffe. Man merkt auch recht gut, wenn wieder ein Kreuzsschiff angelegt hat und die Passagiere “Landurlaub” haben. Plötzlich flanieren ganze Gruppen von eher älteren Semestern in feinsten Outdoorjacken durch die einzige wirkliche Einkaufsstrasse des Ortes auf der Suche nach Souvenirs vom Ende der Welt.
Ushuaia hat rund 20′000 Einwohner und ist keine besonders schöne Stadt. Es ist eher eine bunt zusammengewürfelte Ansammlung von kleineren und grösseren Häusern unterschiedlichster Bauweise, die sich vom Hafen aufwärts an den Berghang schmiegen. Die quer und parallel angeordneten Strassen sind teilweise sehr steil und öfters verschneit und vereist, sodass in Ushuaia nicht wie sonst in Argentinien Rechtsvortritt gilt, sondern dort hat der Verkehr auf den Strassen, die bergauf, bzw. bergab führen den Vorrang.


Das bringt uns zum Thema “Mietwagen”. Eigentlich hätte das ja alles tiptop klappen sollen, da wir unser Mietwägelchen bei Alamo schon Monate voraus über das Internet gebucht hatten. So steuerten wir also am zweiten Tag in Ushuaia wohlgelaunt um die Mittagszeit zum Alamo-Büro, das auch noch ziemlich nah bei unserem Hotel lag. Giacomo, der freundliche Angestellte war gut drauf und machte fröhlich unsere Wagenpapiere fertig… So richtig lustig wurde es dann aber erst, als die am PC zusammengestellte Kostenübersicht weit über US$ 1′000.- höher ausfiel, als die von uns ausgedruckte Reservationsbestätigung aus dem Internet. Es stellte sich dann heraus, dass im Internet, die sehr hohe ‘Drop-off’ Gebühr, für die Abgabe des Wagens in Calafate nicht berechnet wurde. Nach viel rumstreiten - auch über’s Telefon mit dem Hauptsitz in Buenos Aires - hiess es dann: entweder mehr zahlen oder nix Auto :-( - Der gute Giacomo liess uns dann immerhin die Wahl die Reservation zu stornieren und uns nach einer anderen Möglichkeit umzusehen.
Das machten wir dann auch und erhielten über unser Hotel von einem anderen Autovermieter ein super-Angebot, das sogar noch günstiger war, als unsere ursprüngliche Reservation über’s Internet!
So sagten wir Giacomo am nächsten Tag gerne ab und holten gleichzeitig unser anderes Mietwägelchen ab - ein kleiner viertüriger Chevrolet Corsa…
Nach diesem kleinen Intermezzo freuten wir uns aber wieder mobil und unabhängig sein zu können. So benutzten wir den Tag auch gleich, um mit dem Auto in den nahegelegenen Nationalpark ‘Tierra del Fuego’ zu fahren. Etwa 30 Minuten später kamen wir schon dort an und fuhren dann während des ganzen Tages von einer Ecke in die andere und machten verschiedene kleine Wanderungen und Zwischenhalte.
Wir erwischten auch einen recht schönen Tag - einfach mit dem obligaten Wind. Der Nationalpark ist sehr schön, erinnerte uns von der Gegend her aber auch ein wenig an Gegenden in der Schweiz oder z.B. auch in Neuseeland.


Im Ganzen blieben wir etwa 3 Tage in Ushuaia, wo wir auch noch eine kleine Bootstour zu den Kormoranen und Seelöwen machten, mit einer kleinen Wanderung den Martial Gletscher besuchten und sonst noch ‘Centollas’, (Königskrabben) die lokale Spezialität, genossen.



Unser nächstes Etappenziel war dann das chilenische Porvenir. Von Ushuaia bis zur chilenischen Grenze sind es rund 300 km Asphaltstrasse und danach nochmals rund 100 km auf Schotterstrasse bis Porvenir. Eine Strecke, die eigentlich gut zu bewältigen ist, vorausgesetzt, der Grenzübertritt nimmt nicht unvorhergesehen lange Zeit in Anspruch. Im Grossen und Ganzen lief alles sehr gut, wir schauten in Tolhuin auch noch kurz in der angeblich besten Bäckerei-Konditorei vorbei und kauften uns ein paar leckere Süssigkeiten - wirklich nicht schlecht ..aber die Schweizer Bäckereien haben da halt doch noch die Nase vorn…
Der Grenzübertritt von Argentinien nach Chile verlief zwar mit dem üblichen und immer wieder leicht verwirrenden Papierkram ab, funktioniert aber doch relativ schnell und unkompliziert. Gleich nach der Grenz fing dann wirklich auch gleich die Holperpiste an und führte uns durch eine sehr verlassene Gegend bei kaum vorhandenem Verkehr bis nach Porvenir.
Für die Übernachtung in Porvenir hatten wir in Ushuaia eine ‘Cabana’ für eine Nacht reserviert. Es war zwar relativ günstig, doch leider auch sehr schmuddelig und dreckig - schade… es hätte im kleinen Örtchen auch noch schönere Alternativen gegeben. Aber man kann nicht immer Glück haben.
Dafür gönnten wir uns ein feines Znacht im feudalen ‘Club Croatia’. Feinen Fisch und wieder ‘Centolla’ in einem sehr edel gedeckten, aber menschenleeren Speisesaal. Wir genossen dann noch den sehr schönen Sonnenuntergang und zogen uns dann wohl oder übel in die Cabana zurück.
Bis am nach dem Mittag die (auch schon in Ushuaia gebuchte) Fähre von Porvenir nach Punta Arenas losfuhr, erkundeten wir noch ein wenig das kleine und schon ein wenig seltsame Örtchen und machten eine kleine Ausfahrt direkt an die Magellanstrasse.



Da wir schon recht früh mit dem Auto am Hafen für die Einschiffung bereit waren, gehörten wir dann auch zu den ersten auf dem Schiff und konnten uns die Plätze in der modernen Schiffskabine aussuchen. Die Überfahrt nach Punta Arenas dauerte rund 3 Stunden und bot auch die Gelegenheit zwischendurch mal auf’s Deck rauszugehen und mit Glück Delphine oder sogar Wale zu sehen.
In Punta Arenas angekommen fuhren wir vom Hafen direkt in die Innenstadt und fanden unser Hotel, das ‘Ilaia’ gut und problemlos. Das Iliai ist ein kleines, aber sehr durchgestyltes Hotel, das von zwei älteren Schwestern geführt und wohl auch nach ihrem Gusto und Vorlieben eingerichtet ist. Die ganze Atmosphäre soll Harmonie und Ausgeglichenheit verbreiten, während im Hintergrund ständig sanfte Meditationsmusik zu hören ist. Ist wirklich schön gemacht, aber auf die Dauer schon ein wenig ‘too much’. Und die faden Ciapatta mit Guacamole und Müesli ersetzt auch kein richtiges Zmorge-Büffet..
Die Hauptattraktion in Punta Arenas waren für uns die beiden nahegelegenen Pinguinkonlonien. Man hat dafür zwei Möglichkeiten: Entweder man macht eine etwa zweistündige Fahrt mit dem Schiff zur ‘Isla Magdalena’, wo es über 120′000 Pinguine hat, oder auf dem Landweg rund eine Stunde über eine Schotterstrasse zum Seno Otway mit rund 10′000 Exemplaren. Da überall die ‘Isla Magdalena’-Tour angepriesen wurde, wollten wir uns das auch nicht entgehen lassen und buchten über das Hotel zwei Plätze. Irgendwie verpennten es die Damen im Hotel aber uns mitzuteilen, dass sich offenbar der Treffpunkt für die Tour geändert hatte, so dass wir nach einigem Stress nur noch das abfahrende Schiffsheck am Hafen zu sehen bekamen. Etwas frustriert entschieden wir uns dann gleich weiterzufahren zum Seno Otway, um dort die etwas kleinere Kolonie zu besuchen. Nach etwa einer Stunde Schotterpisten-Gerüttel kamen wir dann an einen kleinen Kontrollpunkt, an dem uns eine Parkangestellter freundlich darauf hinwies, dass der Nationalpark in Kürze schliesse und wir deshalb wieder umkehren dürften. Super!* ..So vertagten wir den Besuch der Pinguine halt auf den nächsten Tag. Das klappte dann aber alles einwandfrei und wir genossen den schönen, wenn auch wieder mal sehr windigen Tag bei den putzigen Kerlchen. Die Kolonie am Seno Otway ist zwar nicht so umfangreich wie auf der Isla Magdalena, dafür aber an einem sehr schönen Platz wo die Pinguin-Löcher und -Strassen in einer Heidelandschaft mit Gräsern und Moos angelegt ist. So in Nachhinein waren wir eigentlich ganz zufrieden dass wir das Schiff zur Isla Magdalena verpasst hatten und uns somit auch eine fast fünfstündige Bootsfahrt erspart geblieben ist. Unserer Meinung nach ist das Pinguin-Erlebnis am Seno Otway mindestens so zu empfehlen wie die Bootsfahrt zur Isla Magdalena.
Abgesehen davon besuchten wir in Punta Arenas noch den städtischen Friedhof, der neben Recoleta in Buenos Aires offenbar zu den interessantesten in Südamerika gehört - wahrscheinlich v.a. wegen den grossen Mausolen, in denen die berühmten Pionier-Familien Patagoniens beerdigt sind.



Nachdem wir am Morgen wieder unsere obligaten Chiapatti verdrückt hatten, ging es los zu unserem nächsten Ziel, dem rund 250 km nördlich gelegenen ‘Puerto Natales’. Das Tagesziel war sehr einfach zu schaffen, da wir für die ganze Strecke eine tiptoppe Asphaltstrasse benutzen konnten. So trafen wir dann auch schon rund 3 Stunden später im knapp 20′000 Einwohner zählenden Ort an. Puerto Natales ist der Hauptausgangsort für den ‘Torres del Paine’ NP. Dementsprechend hat es ziemlich viele Rucksacktouristen, Tour-Operators und auch Outdoorläden. Trotzdem ist es ein ziemlich ruhiges Städchen ohne allzu viel Hektik und Aufregung.

Am nächsten Morgen fuhren wir schon recht früh los Richtung Torres Del Paine NP. Bis zum Parkeingang mussten wir zuerst etwa 20 Minuten Asphalt- und dann rund 2 Stunden Schotterstrasse hinter uns bringen. Das zog sich ziemlich hin, v.a. auch weil unser Autöli auf unebenem Boden immer lauter zu klappern anfing… Am Parkeingang angekommen registrierten wir uns kurz bei den Parkrangern und montierten schon mal unsere Wanderschuhe. Eigentlich wollten wir im Park ja auch ein wenig rumwandern. Da es allerdings extrem stark windete - konnten wir uns jeweils nicht allzu weit weg vom Auto begeben und genossen die wirklich sehr schöne Landschaft im ‘Game-Drive’-Modus, sprich aus dem Wagen heraus. Die Ausnahme machte ein kurzer Spaziergang zum Lago Grey. Zwar stürmte es dort auch so stark, dass es uns fast von den Füssen haute. Aber der Anblick von ganz hellblau leuchtenden Eisblöcken auf dem dunklen Wasser konnten wir uns nicht entgehen lassen.
Man muss schon ziemlich Schwein haben mit dem Wetter, wenn man im Torres Del Paine ein mehrtägiges Trekking machen will - oder dann halt sehr wetterfest sein..
Wir haben die Fahrt durch den Park sehr genossen. Die blauen Seen mit den Granitgipfeln, den ‘Torres’ im Hintergrund ist sehr eindrücklich.




Während der Fahrt durch den Park fanden wir dann auch heraus warum das Auto auf den Schotterstrassen immer heftiger zu scheppern begann. Bei einem Hinterrad hatte sich die Dämpfungsring in kleine Fetzen aufgelöst, so dass die Federung jeweils direkt auf’s Karosserieblech knallte. Wir beschlossen deshalb am nächsten Tag vor unserer Abreise in Puerto Natales einen Automechaniker aufzusuchen.
Durch die Hilfe der netten Dame im Hotel ersetzte ihr Bruder, der zufällige grade Automech war, am nächsten Tag das fehlende Teil - Da waren wir doch recht erleichtert und sahen den noch kommenden Schotterstrassen optimistisch entgegen.
..to be continued
April 30, 2011 at 3:46 am · Filed under Jordan, Middle East
Der nahe Osten war auf unserer gemeinsamen Reiseweltkarte bisher noch ein leerer Fleck. Von der Schweiz aus ist diese Region aber sehr gut geeignet für einen knapp zweiwöchigen Kurzurlaub. Da “Petra” und Jordanien überhaupt auch schon länger auf unserer Reise-wunschliste stehen, war die Destination für unsere ersten Ferien von 2011 recht schnell klar. Kaum hatten wir ernsthaft mit der Reiseplanung begonnen, spitzte sich die Lage in Ägypten immer mehr zu. Nachdem sogar von kleineren Demonstrationen in Jordanien die Rede war, fragten wir via der Reiseplattform “Thorntree” eine Dame in Jordanien an, wie sie wohl die Lage für einen Jordanienbesuch einschätzen würde. Jordanien könne in keiner Weise mit Ägypten verglichen werden und ein Besuch in Jordanien sei völlig unbedenklich.
Also machten wir uns mit Volldampf an die Organisation unserer rund 10-tägigen Jordanienreise. 1. Flug 2. Routenplanung 3. Buchung der Hotels 4. Buchung des Mietwagens - klappte soweit alles bestens, wahrscheinlich auch, weil wir uns in der Zwischensaison befanden und die Hotels nicht gerade stark belegt waren. Die geplante Route sah in etwa so aus:
- Ankunft in Amman
- Übernachtung in Madaba
- Ausflug nach Amman
- Übernachtung in Madaba
- Fahrt über Mount Nebo/Bethanien nach Jarash
- Übernachtung bei Jarash
- Fahrt über Amman nach Madaba
- Übernachtung in Madaba
- Fahrt nach Petra
- Zwei Übernachtungen in Petra
- Fahrt über Wadi Rum ans Rote Meer nach Aqaba
- Zwei Übernachtungen in Aqaba
- Fahrt zum Toten Meer
- Zwei Übernachtungen am Toten Meer
- Transfer nach Amman und Rückflug
Am 5.2.11 gegen Abend flogen wir mit Lufthansa über Frankfurt nach Amman, wo wir um ca. Mitternacht ankamen. Am Flughafen erwartete uns bereits Jihad, und brachte uns in etwa 20 Min. nach Madaba ins Hotel Mariam. Nach dem für uns etwas ungewöhnlichen Frühstücksbuffet mit Fladenbrot und dem allgegenwärtigen Hummus, buchten wir gleich im Hotel einen Ausflug nach Amman. Die Übernahme unseres Mietautos erfolgte erst am Abend und zudem hatten wir keine grosse Lust, uns mit dem eigenen Auto in das Getümmel der Millionenstadt zu stürzen. Wieder mit Jihad am Steuer genossen wir so einen gemütlichen Tag mit der Besichtigung der Zitadelle und des Roman Theater in Amman.

Amman

Roman Theatre
Wieder zurück in Amman spazierten wir noch in das rund 10 Minuten entfernte Stadtzentrum und schauten uns da die berühmte Mosaik-Landkarte an. Später gab es Nachtessen im Hotel, wo wir dann auch unseren Mietwagen, einen leicht ramponierten Hyundai, übernahmen.
Am nächsten Morgen packten wir unsere Sachen in den Wagen und fuhren über Mount Nebo Richtung Totes Meer. Unser Ziel: Bethanien - der Ort an dem Jesus von Johannes dem Täufer am Jordan getauft wurde. (Fast) ohne Verirrungen erreichten wir nach knapp einer Stunde unser Ziel.

Auf dem Mount Nebo

Ausblick vom Mount Nebo
Der Verkehr in Jordanien rollt zwar relativ gemütlich (ausser in Amman) und die Jordanier verhalten sich auch ziemlich geduldig. Von daher ist es recht angenehm in Jordanien rumzukurven. Allerdings ist es nicht immer ganz einfach auch den richtigen Weg, bzw. die richtige Strasse zu finden. Mit der Beschilderung und der jordanischen Logik, was die Verkehrsführung anbelangt hatten wir doch ein paarmal ein wenig Probleme. Mit ein paar Umwegen und den sehr hilfsbereiten Einheimischen, fanden wir jedoch immer ans richtige Ziel.
Bethanien ist ein von der Regierung geführtes Touristikprojekt und dementsprechend organisiert. Beim Tickethäuschen erhält man gleich einen elektronischen Guide und wird dann als Gruppe in einem Bus zur Taufstätte gekarrt. Zusätzlich zum elektronischen Guide begleitete uns auch ein mehr oder weniger motivierter “echter” Guide. Er führte unsere Gruppe dann auf gut ausgebauten Wegen durch den sogenannten Jordan-Jungle zur Taufstätte und schliesslich zum inzwischen sehr kümmerlichen Jordan. Entgegen unseren Erwartungen ist der stolze Grenzfluss zwischen Jordanien und Israel nur noch ein kleines Flüsschen von vielleicht 3-5 m Breite. Auf der anderen Flussseite passten israelische Soldaten auf, dass auch ja niemand rüberschwimmen würde.

Taufstelle Jesu

Am Jordan
Nach Beendigung der etwa 2-stündigen Tour setzten wir unsere Reise fort in Richtung Jarash, das gleichzeitig auch unser Tagesziel war. Die Strecke führte uns durch das ziemlich stark besiedelte und befahrene Jordan-Tal. Auf beiden Seiten der Strasse sah man sehr weitläufige Treibhaus-Anlagen, in denen verschiedenste Gemüsesorten angepflanzt wurden. Wir merkten auch bald, warum es hier so fruchtbar war. Nach einer Weile gerieten wir in ein kräftiges Unwetter, das die Strassen teilweise in kleine Bäche verwandelte.
Als wir in Jarash eintrafen, schüttete es immer noch wie aus Kübeln. Das Hotel, das wir für eine Nacht gebucht hatten, befand sich zwar gleich neben den Ruinen des historischen Jarash. Aber sonst machte es einen enttäuschenden Eindruck, so dass wir uns gleich vor Ort bei einem anderen, etwas ausserhalb gelegenen Hotel anmeldeten. Der zuständige Mann in dem von uns verschmähten Hotel war sehr verständnisvoll und wollte nur, dass wir uns auch wohl fühlten - er leihte uns sogar sein Handy, damit wir uns bei einer anderen Unterkunft anmelden konnten.
Das andere Hotel befand sich ca. 10 Minuten weg von Jerash auf einem Hügel. Die Aussicht war dementsprechend auch sehr schön und beeindruckend. Da es nicht Haupsaison war und die Ereignisse in Ägypten sich auch nicht gerade positiv auf die Touristenzahlen auswirkten, waren wir die einzigen Gäste im doch ziemlich grossen Hotel. So ungestört zu sein war zwar ganz angenehm - auf der anderen Seite hatte es zuwenig Gäste, damit die Heizung eingeschaltet wurde. So spürten wir sehr direkt, dass die Temperaturen im jordanischen Winter recht kühl sein können.

Hotel in Jarash
Das Hotelteam setzte sich zusammen aus ca. 5-6 Männern, die in erster Linie damit beschäftigt waren das Hotel für die kommende Hauptsaison herzurichten. Daneben sorgten sie aber auch für unser leibliches Wohl und waren bemüht, dass wir durch Heizpilze, elektrische Öfchen oder Cheminée-Feuerchen nicht allzu stark frieren mussten.
Am nächsten Morgen fuhren wir nach einem eher dürftigen Frühstück im kühlen Speisesaal zurück nach Jarash, um dort die alte Römerstadt ausgiebig zu besichtigen.
Wir hatten ein Riesenglück mit dem Wetter. Am Vortag schüttete es noch wie aus Kübeln - und heute hatte es zwar noch ein paar Wolken, aber zumindest regnete es nicht mehr und zwischendurch zeigte sich sogar die Sonne. So konnten wir den Tag in den Ruinen von Jarash voll geniessen und erkundeten die verschiedenen Tempel, Amphitheater, Triumphbögen etc. etc. ausgiebig. Wiederum ausgerüstet mit Kamera und dem informativen “Digital Guide” um den Hals. Jarash ist neben Petra die zweitgrösste historische Touristenattraktion. Das können wir eigentlich nur bestätigen. Sicher eines der Highlights unserer Jordanienreise.


So um die Mittagszeit herum stärkten wir uns noch in einem Restaurant gleich ausserhalb der Anlage. Es machte zwar einen etwas sehr touristischen Eindruck auf uns und in der Hochsaison ist das sicher eine beliebte Wahl für all die grossen Reisegruppen. Jetzt, in der Vorsaison war es jedoch sehr angenehm: Ziemlich günstig, ein reichhaltiges Buffet und nur ganz wenige Gäste.
Danach fuhren wir wieder los vorbei an Amman nach Madaba. Da fast die ganze Strecke aus Autobahn bestand und wir sogar die richtige Transferstrasse um Amman herum erwischten, kamen wir bereits am späteren Nachmittag wieder in Madaba an, wo wir erneut im Hotel Mariam abstiegen..
Nach einer weiteren Nacht in Madaba - diesesmal mit kuschlig geheizten Zimmer - machten wir uns am nächsten Tag auf Richtung Süden. Der Tagesaplan:
- Fahrt nach Petra, bereits reserviertes Hotel suchen, einchecken und dann Nachtessen gehen
hat eigentlich auch alles gut geklappt, so dass wir zu einer anständigen Zeit in dem Städtchen bei Petra ankamen und auch unser Hotel sofort fanden. Allerdings waren wir sehr ausgehungert, da wir unterwegs nichts passendes gefunden hatten für einen Zmittaghalt. Sowas wie Raststätten oder “Roadside” Restaurants hat es nicht allzu viele - oder zumindest waren sie für uns nicht als solche erkennbar. Beim Einchecken, reservierten wir auch gleich zwei Plätze für den Event “Petra by Night” - das ist ein Event, der 1-2 wöchentlich stattfindet und bei dem man am Abend durch die mit Kerzen gesäumte Felsenstrasse zum (u.a. durch Indiana Jones) berühmten Grabmahl spaziert. Dort angekommen gibt es dann ein Täschen Tee und ein paar Einheimische spielen auf ihren traditionellen Instrumenten alte Weisen.. - ein netter Anlass, bei dem man einen etwas mystischeren Eindruck von Petra erhält, als während des Tages.
Während des ganzen nächsten Tages erkundeten wir ‘Petra’ und seine Tempel und Grabstätten sehr ausführlich. Gemäss Reiseführer könnte, bzw. sollte man dafür 2-3 Tage einrechnen. Von der Grösse der ehemaligen Felsenstadt ist das sicher gerechtfertigt und es gäbe auch genügend zu entdecken. Allerdings bekommt man aber auch in einem Tag einen sehr guten Eindruck von diesem Weltwunder - vorausgesetzt man scheut sich nicht davor doch einige Kilometer durch die steinige und oft auch recht steile Landschaft zu wandern. Die Anstrengungen lohnen sich aber definitiv. Die Felsenbauten und die ganze Gegend sind wirklich eindrücklich und in dieser Art weltweit wohl ziemlich einmalig

‘Al-Siq’ ..der lange Canyon, der in die Felsenstadt führt.

‘The Treasury’ - das v.a. aus ‘Indiana Jones’ bekannte Grabmal

Eine sehr nette Steinverkäuferin



Al-Deir (The Monastery) - zu erreichen durch anstrengenden Aufstieg

‘The Royal Tombs’
Für Interessierte gibt es auf dieser Seite noch ausführliche Informationen zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten in Petra..
Am nächsten Morgen fuhren wir weiter zum Wadi Rum, das ca. 2 Autostunden weiter südlich Richtung Aqaba liegt. Das Wadi Rum ist eine sehr spezielle Berg-/Wüstenlandschaft. Auch das Wadi Rum erlangte eine gewisse Berühmtheit durch einen Hollywood-Streifen. Und zwar wurden grosse Teile von ‘Laurence of Arabia’ mit Peter O’Toole dort gedreht.
Wir hatten uns nicht besonders intensiv damit beschäftigt, wie man das Wadi Rum eigentlich am besten besichtigt. Allerdings löste sich das Problem relativ schnell, als wir am Visitor Center eintrafen. Kaum parkiert, boten auch schon verschiedene Guides an, uns dieses Reiseziel ausgiebig zu zeigen.
Wir entschieden uns nach kurzer Beratung für einen authentisch gekleideten jungen ‘Wüstensohn’. In seinem uralten Jeep fuhr er uns dann in teilweise halsbrecherischer Fahrweise (hat er natürlich extra gemacht, um uns ein wenig Schrecken einzujagen..) zu den bekanntesten und schönsten Orten in dieser einmaligen Wüstenlandschaft. Wir waren jedenfalls zufrieden mit unserem Guide. Denn er war nicht nur sehr nett, sondern er war auch sehr geschickt, als es darum ging unterwegs schnell einen platten Reifen auszuwechseln oder bei unserem Auto (bei dem wir das Licht nicht ausgeschaltet hatten), die Batterie zu überbrücken (wohlverstanden ohne Kabel und nur mit zwei Schraubenschlüsseln.)


Noch am gleichen Tag ging es weiter nach Aqaba. Die Stadt mit etwas über 80′000 Einwohnern liegt am Golf von Aqaba, einem Seitenarm des Roten Meeres. Relativ gut und schnell fanden wir unser Ziel, das Mövenpick 5-Sterne Resort. Da wir in der Nebensaison in Jordanien waren, ergriffen wir die Gelegenheit, am Roten Meer und auch am Toten Meer in Mövenpick 5-Sterne Hotels zu residieren. Sehr schöne Anlagen und ausgiebiges Frühstücksbuffet zu einem ausgesprochen günstigen Preis.


So genossen wir ein paar Tage faulenzen und bädelen im Roten Meer, bevor es wieder zurückging Richtung Norden zu unserem letzten Ziel, dem Toten Meer. Die Strasse der israelischen Grenze ist ziemlich verlassen, so dass wir gut vorankamen und schon nach wenigen Stunden am Ufer des Toten Meers standen.
Eigentlich sieht es wie ein riesiger See aus, auf dem es aber keine Schiffe hat und in dem keinerlei Fische oder andere Lebewesen existieren. Ist schon ein etwas spezielles Gefühl, wenn man daran denkt, dass dieses friedliche Gewässer eigentlich eine tödliche Salzbrühe ist..

Die letzten paar Tage genossen wir im Mövenpick Dead Sea Resort. Natürlich mussten wir auch ausprobieren, ob man im Toten Meer wirklich Zeitung lesen kann während dem Baden. Das wäre also wirklich möglich, denn der Auftrieb ist sehr aussergewöhnlich. Man treibt wie ein Korken an der Oberfläche, so dass es gar nicht so gut möglich ist, richtig zu schwimmen. Von daher ist es wohl am besten im Wasser einfach Zeitung zu lesen. Allerdings sollte man das auch nicht allzu lange machen, da der hohe Salzgehalt sonst langsam unanangenehm wird..



Am Schluss der Reise brachte uns ein Taxi vom Toten Meer zum Flughafen in Amman, von wo es wieder zurück nach Zürich ging.
Die Reise durch Jordanien hat uns sehr gut gefallen. Vor allem auch, weil wir recht unproblematisch das Land auf eigene Faust erkunden konnten. Die Leute sind sehr freundlich und hilfsbereit - auch wenn die Verständigung manchmal nicht ganz so einfach war. In der Nebensaison war es einerseits teilweise etwas kalt und ungemütlich, andererseits konnten wir dafür auch 5-Sterne-Komfort zu einem erschwinglichen Preis geniessen..
Alles in allem, sehr zu empfehlen und ‘two thumbs up’..